Wie funktioniert Beatmatching mit BPM-Counter des CD-Players super genau?

Von DJ Rewerb | DJ Tipps

Wie funktioniert Beatmatching mit BPM-Counter des CD-Players super genau?Eine der häufigsten Nachfragen bekomme ich zu meinem Beatmatching-Trick mit CD-Playern, ohne den Sync-Button zu verwenden.

Im Blogpost „Böser Beat-Sync-Button“ übersprang ich vielleicht einige Details, deshalb schreibe ich hier eine ausführliche Anleitung.

Nehmen wir als Beispiel an, ich möchte zwei Lieder ineinander mixen. Der erste Song hat 121 BPM, das zweite Lied läuft mit 125 BPM.

Beats pro Minute

BPM ist die Maßeinheit für die Geschwindigkeit eines Musikstücks.

Die Abkürzung BPM steht für Beats Per Minute bzw. Beats pro Minute,
also die Anzahl der Taktschläge pro Minute.

Die beiden Lieder, die ich mixen will, unterscheiden sich um 4 BPM (125 BPM minus 121 BPM) in der Geschwindigkeit.

Wenn ich diesen Geschwindigkeitsunterschied gleichmäßig über beide Lieder ausgleiche, muss ich das erste Lied 2 BPM schneller machen und das zweite Lied 2 BPM langsamer laufen lassen.

BPM genau einstellen, im +/- 6 Prozentbereich

Mit dem Pitchfader des CD-Players veränderst du die Geschwindigkeit des Lieds.

Die zwei Songs lassen sich erst beatmatchen, wenn ich den ersten Track von 121 BPM auf 123 BPM hoch pitche. Und den zweiten Track muss ich von 125 BPM auf 123 BPM herunter pitchen.

Damit der folgende Beat-Sync-Trick richtig funktioniert, stellst du den Pitchbereich so fein wie möglich ein. Bei meinen Pioneer CDJ 2000 Decks ist das die Bandbreite von +/- 6 Prozent.

Damit reduziere ich die Toleranz des Pitchbereichs. Denn bei +/- 6 Prozent erlauben die CD-Player eine  Geschwindigkeitsabstufung von 0,02 %. Das ist hervorragend.

Den Pitchfader des ersten CD-Players schiebe ich von 121 BPM so lange herauf, dass die Nachkomma-Stelle ein Zehntel-Prozent weiterspringt. Zum Beispiel von 122,9 BPM auf 123,0 BPM. Das ist der kleinste Pitch-Unterschied von 0,02 %.

Am zweiten CD-Player suche ich mir den Cue-Punkt und speichere ihn auf der SD-Karte ab. Dann verschiebe ich dort den Pitch-Regler nicht direkt von 125 BPM auf 123 BPM, sondern zunächst ebenfalls auf 122,9 BPM.

Nun ziehe ich den Pitchregler ganz langsam nach unten, bis ich genau den Sprung zum nächsten Zehntel-Prozentwert erreiche. An dieser Stelle springt der Beatcounter von 122,9 BPM auf 123,00 BPM.

Nun habe ich beide Lieder an der Grenze des Toleranz-Bereichs eingestellt.

Toleranz des CDJ Pitchbereichs bei +/- 6 Prozent

Würdest du den Pitch von 123,1 BPM auf 123,0 BPM verändern, dann hast du den gesamten Bereich dazwischen (orange und grün markiert) als zusätzliche Toleranz, weil es intern vermutlich 123,08 BPM sind.

Jetzt muss ich das zweite Lied nur noch an der richtigen Stelle einstarten und ich bereit für den Mix. Natürlich höre ich weiterhin unter dem Kopfhörer vor.

Doch wenn es einmal schnell gehen muss, dann schiebe ich – mit der oben beschriebenen Methode – einfach die Pitchregler auf den identischen BPM-Wert, genau an der Umsprung-Stelle. Und ich bin bereit für den Mix.

Dieser Beat-Sync-Trick klappt natürlich nur, wenn die CD-Player die Geschwindigkeit beider Songs sauber erkennen. Bei manchen Hip-Hop-Tracks und Latino-House-Songs liefert die BPM-Anzeige falsche Werte.

Wie ist Master Tempo eingestellt?

Das Mastertempo hat übrigens nichts mit der Pitch-Präzision zu tun. Du kannst Mastertempo setzen oder nicht, weil das keinen Einfluss hat.

Ich setze die Einstellung grundsätzlich, damit meinen Anschiebe- und Abbremsmanöver weitgehend unhörbar bleiben.

Hoffentlich ist diese Beschreibung einigermaßen verständlich und ich habe nichts ausgelassen :-O

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Über DJ Rewerb

Mein Name ist Thorsten. Unter meinem Künstlernamen DJ Rewerb schreibe ich über das DJing. Denn Auflegen ist viel mehr als Musik abzuspielen. Als DJ beschäftige ich mich mit Musik und Technik bis zu Marketing sowie der geschäftlichen Seite. Als virtueller DJ-Mentor will ich dir als DJ helfen.

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