Immer wieder gibt es tragische Todesfälle unter DJs und Musikern. Es ist traurig genug, wenn ein Mensch stirbt und Familie, Kinder, Eltern und Freunde hinterlässt.

Fast immer geht die Geschichte groß durch die Medien, wenn ein DJ gestorben ist. Ganz besonders hoch ist die Berichterstattung bei bekannten DJs.

Welche Songs darfst du nicht verpassen?

Die Musik von Avicii, Erick Morillo sowie DJ Zed, Mike Kaufmann, Paul Johnson und Robert Miles begeistert weiterhin Millionen von Fans auf der ganzen Welt.

Welche Songs darfst du nicht verpassen?

In allen Fällen mussten sie die Erde viel zu früh verlassen. Und häufig passierte das auf eine tragische Art und Weise. Trotzdem bleibt ihre Musik unsterblich. Und so möchten wir diese Menschen als Künstler, DJs und Produzenten gerne in Erinnerung behalten.

Diese DJs sind gestorben:

  • DJ Mike, Mike Kaufmann (* 26. April 1968; † 2. Mai 2022)
  • DJ Delete, Ryan Biggs († 30.04.2022)
  • Kay Slay, Keith Grayson (* 14. August 1966; † 17. April 2022)
  • Carsten Klemann (* 1980; † 5. Januar 2022)
  • DJ Zed, Zahid Butt († 31. Dezember 2021)
  • Paul Johnson (* 11. Januar 1971, Chicago, Illinois; † 4. August 2021, Illinois)
  • Erick Morillo (* 26. März 1971 in New York City, New York; † vor oder am 1. September 2020 in Miami Beach, Florida)
  • Avicii, Tim Bergling (* 8. September 1989 in Stockholm, Schweden; † 20. April 2018 in Maskat, Oman)
  • Robert Miles, Roberto Concina (* 3. November 1969 in Fleurier, Schweiz; † 9. Mai 2017 auf Ibiza, Spanien)

Einen besonders tragischer Fall ist der Tod von Avicii. Zum Schluss kannte ihn fast niemand mehr unter seinem bürgerlichen Namen Tim Bergling.

Avicii aka Tim Bergling: Wenn ein Weltstar von uns geht

Mit gerade mal 27 Jahren war der Schwede ein globaler Superstar. Avicii landete einen Chart-Hit nach dem anderen.

„Can you hear me? S.O.S.“ heißt es in einem Song von Avicii. Das Lied wurde erst nach seinem Tod im Jahr 2019 veröffentlicht. Viele Fans rätselten. War es vielleicht ein musikalischer Hilfeschrei, den niemand erkannt hatte?

Zuvor verbreitete Avicii mit seinen Lieder gute Stimmung. Trotzdem war er Zeit seines Lebens ein nachdenklicher Mensch, der mit dem Leben rang.

Mit seinem bürgerlichen Namen hieß er Tim Bergling. Er wurde im Jahr 1989 in Stockholm geboren. Bereits im Alter von acht Jahren begann Tim mit dem Musizieren. Als Teenager produzierte er in seinem Kinderzimmer erste Tracks mit Hilfe eines Computers und einer Gitarre.

Als 19-Jähriger produzierte Tim Demotapes und verschickte sie an Plattenlabels. Bei einem Wettbewerb des Labels Bedroom Bedlam gewann er eine Single-Veröffentlichung.

Dadurch erhielt sein Song Manman viel Aufmerksamkeit. Kurz danach unterschrieb Avicii einen Vertrag bei einem anderen Label. Und von da an ging seine Karriere als DJ und Produzent steil bergauf.

Das Lied „Bromance“ war im Jahr 2010 sein erster kommerzieller Erfolg. Und so durfte Avicii im Juli 2011 beim Tomorrowland Festival in Belgien auftreten. Spätestens damit war Tim endgültig in der Liga der ganz großen Star-DJs angekommen.

Mit dem Lied „Levels“ gelang dem House-DJ noch im gleichen Jahr der weltweite Durchbruch.

Im Jahr 2013 erschien Berglings erstes Album namens „True“. Die Single-Auskoppelung „Wake Me Up“ war schon im Sommer veröffentlicht worden. In mehreren europäischen Ländern erreichte Avicii damit auf Anhieb Platz 1 der Charts. In den Billboard Charts in den USA rangierte der Song teilweise auf Platz zwei.

Immer wieder arbeitete Star DJ Avicii mit anderen Künstlern zusammen, wie etwa mit Aloe Blacc, Chris Martin von Coldplay und David Guetta. Zusammen mit Wyclef Jean produzierte er einen Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Im Jahr 2015 folgte die Veröffentlichung seines zweiten Albums „Stories“. Und schon ein Jahr darauf kündigte Avicii das Ende seiner Bühnenkarriere an. Er wollte sich um seine Gesundheit kümmern. Tim war Alkoholkrank, nahm Schmerzmittel, Antidepressiva und Schlafmittel. Außerdem litt er unter psychischen Problemen wie einer schweren Angststörung.

Gefühlt wurde es trotzdem nicht viel ruhiger um den Star-DJ. Denn er veröffentlichte weiterhin Musik und arbeitete viel mit anderen Künstlern zusammen.

Bis am 20. April 2018 die Nachricht wie eine Schockwelle um die Welt ging. Avicii wurde im Oman tot aufgefunden, auf einem Anwesen der dortigen Königsfamilie.

Dass er sich das Leben genommen hatte, wurde erst im Herbst 2019 enthüllt. „Er hat es nicht mehr geschafft“, teilte seine Familie mit. „Er wollte Frieden haben.“

Ryan Biggs aka DJ Delete

Die Nachricht schockierte die Musikwelt. In der Nacht vom 29. auf den 30. April 2022 wurde Ryan Biggs tot in seinem Haus aufgefunden. Er war nur 30 Jahre alt geworden.

Der Hardstyle-DJ trat unter dem Namen „DJ Delete“ auf. Der gebürtige Australier kam im Alter von etwa zwölf Jahren mit dem Hardstyle-Genre in Kontakt. Schon als Teenager produzierte er erste eigene Tracks. Damals begann er auch mit dem DJ-ing.

Zusammen mit einem Freund hob Biggs im Jahr 2010 das Label „Spoontech Records“ aus der Taufe. Im Jahr 2010 veröffentlichte er seine ersten beiden EPs namens „Pure Spoonage“ und „Malfunction“. Ein Jahr später folgte die EP „Formula“ und im Jahr 2012 seine erste Single namens „Advanced Technology“.

Im Jahr 2013 wechselte DJ Delete das Label. Fortan war er bei Theracords unter Vertrag, wo er Singles wie „Beheaded“, „Ghetto“ oder „Dismissed Again“ veröffentlichte.

Im Jahr 2018 gelang Biggs mit dem Song „Payback“ zusammen mit MC Tha Watcher sein größter Hit. Alleine auf Spotify verzeichnet der Song acht Millionen Streams.

DJ Delete war berühmt für seine „Gated Kicks“. Diese Soundtechnik kannst du dir am besten als eine Art Kick mit verzerrter Hallfahne vorstellen.

Zuletzt wohnte Ryan Biggs im Süden der Niederlande. Sein Tod folgte, nachdem er bereits mehrere Auftritte absagen hatte müssen. Immer wieder war von Problemen mit seiner psychischen Gesundheit zu lesen. So schien Biggs etwa der Umzug von Australien nach Europa im Jahr 2013 sehr beschäftigt zu haben.

In sozialen Medien äußerte sich Biggs auch immer wieder zu Depressionen, die ihn plagten. Seit der Veröffentlichung seines Albums im Jahr 2018 sei es „wieder dunkel“ geworden, schrieb er auf Facebook.

Welche Songs darfst du nicht verpassen?

Erick Morillo

Dreimal wurde Erick Morillo bei den DJ Awards zum „Best House DJ“ gekürt.

Welche Songs darfst du nicht verpassen?

Erick wurde im Jahr 1971 in New York City geboren. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er im kolumbianischen Cartagena. Dort kam er mit Musikstilen wie Salsa und Merengue in Berührung.

Im Alter von 11 Jahren zog er mit seiner Mutter zurück in die USA. Dort wurde Erick auf Genres wie Reggae und Hiphop aufmerksam. Schon mit 11 Jahren stand Morillo das erste Mal hinter den Turntables. Er legte bei Hochzeiten von Freunden und Verwandten auf.

Nach der High School begann er mit dem DJing in lokalen Clubs. Außerdem besuchte er einen Kurs für Studio-Technik. Besonders in Latin-Clubs verbreiteten sich seine Songs schnell und gewannen an Beliebtheit.

Mit der Single „The New Anthem“ gelang Morillo der Einzug in die Charts. Das Lied wurde im Jahr 1993 veröffentlicht.

Und schon kurz darauf landete er seinen größten Hit „I Like To Move It“. Den produzierte Erick Morillo zusammen mit dem Rapper Mark Quashie unter dem Pseudonym „Reel 2 Real ft. The Mad Stuntman“. Im Jahr 2005 wurde das Lied als Filmmusik im Animationsfilm Madagascar verwendet. Seitdem ist dieser Hit fast jedem Publikum bekannt.

Später verlegte sich Morillo auf das DJing in den USA und Europa. Auf Ibiza gehörte er zu einer der beliebtesten DJs. Im Jahr 1997 gründete er das erfolgreiche Label „Subliminal“.

Im Jahr 2014 stürmte er mit dem Dance-Projekt „Both“ in vielen Ländern die Charts. Und im Laufe der Jahre veröffentlichte Morillo viele Lieder unter weiteren Pseudonymen wie RAW oder Lil‘ Mo Ying Yang.

Am 1. September 2020 wurde Morillo tot in seinem Haus in Miami Beach aufgefunden. Als Todesursache wurde später eine Überdosis verschiedener Substanzen wie Ketamin, MDMA und Kokain bekanntgegeben.

Sein Tod schockierte die DJ-Welt, die einen der ganz Großen verlor. „Einer der besten DJs, die ich je gesehen habe, ist von uns gegangen“, schrieb etwa David Guetta auf Twitter. „Danke dafür, dass du uns allen so viele Türen geöffnet hast. Du hast mich so sehr inspiriert.“

Einmal habe ich Erick Morillo live im Ministry of Sound in London erlebt. Für diese Party bin ich extra nach Großbritannien geflogen. Und ich weiß heute noch, wie mich die Präzision von Erick Morillo als DJ begeistert hat.

Die Veröffentlichungen seines Plattenlabels Subliminal hörte ich mir immer sofort an. Und mit „I Like To Move It“ rocke ich heute noch jede Party.

DJ Zed aka Zahid Butt

Er hatte die ganz großen Festivals in England wie das „T in the Park“ oder „BBC Radio 1’s Big Weekend“ bespielt. Zahid Butt war besser unter seinem Künstlernamen DJ Zed bekannt.

Seine Karriere als DJ dauerte mehr als 20 Jahre. Nicht nur in Großbritannien, sondern auch an europäischen Party-Hotspots wie etwa in Ayia Napa auf Zypern hatte DJ Zed regelmäßig aufgelegt.

Geradezu verehrt wurde der Musiker in seiner schottischen Heimatstadt Dundee, wo er regelmäßig auflegte. Zudem setzte er sich für das Stadtfestival ein, das ohne ihn möglicherweise nicht mehr existiert hätte.

Am Morgen des 31. Dezember 2021 verstarb Zahid Butt im Kreis seiner Familie. Er hatte den Kampf gegen den Krebs verloren. Er hinterlässt eine Tochter, einen Sohn und seine Frau.

Ihr Vater habe ihr „unendlich viel Liebe“ gegeben, sagte seine Tochter Amna nach ihrem Tod. „Er sagte uns immer, dass er uns liebt und war immer bereit, für uns zu kämpfen.“

Zu seiner Beerdigung auf dem muslimischen Friedhof in Dundee erschienen sehr viele Leute. „Er wäre so dankbar gewesen, zu sehen, wie viele Menschen für ihn gekommen sind“, sagte Amna britischen Medien. „Er liebte jeden.“ Ein Freund habe ihr gesagt, er habe noch nie so viele nicht muslimische Menschen an einer muslimischen Beerdigung gesehen.

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Warum?

Der tragische, viel zu frühe Tod dieser DJs hat ein großes Loch in die musikalische Welt gerissen. Ihre Kreativität, ihr Einsatz und ihre Auftritte werden von Hunderttausenden Menschen schmerzlich vermisst.

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Die Angehörigen mussten unerwartet und im Rampenlicht der Öffentlichkeit Abschied nehmen. Trost spenden kann der Gedanke, dass diese DJs in ihrem Leben so viele Menschen positiv berührt haben. Sie haben für andere Leute so viele schöne Momente geschaffen, wie wohl nur ganz wenige andere Menschen.

Und die Musik lebt weiter. Dadurch bleibt auch die Erinnerung lebendig an ganz große musikalische Talente. Wir sollten nicht nur ihren Tracks zuhören, sondern auch ihnen.

Nach dem ersten Schock den die Schlagzeilen über den Tod von Star DJs auslösen, sollten die Nachrichten aber Anlass für Aufmerksamkeit sein. Denn viele berühmte DJs leiden unter dem enormen Druck, psychischen Problemen und an Krankheiten.

Was Avicii durchgemacht haben könnte, beschreibt DJ JoeySuki in seinem Buch „Unhappy With A Dream Life“. Er erzählt seine eigene Geschichte. Als niederländischer DJ fliegt er ständig um die Welt. Bis er nicht mehr weitermachen kann.

Viel zu häufig ähnelt sich die Biografie der Musiker. Dann endet der Erfolg in einem Teufelskreis aus Drogenmissbrauch, zu viel Alkohol und anderen Süchten. Diese Tatsache macht mich traurig. Mit 28 Jahren darf niemand sterben, genauso wenig wie mit 30, 49 oder 54 Jahren.

DJ gestorben: Traurige Nachricht erreicht Musikwelt
DJ gestorben: Traurige Nachricht erreicht Musikwelt

RIP

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