DJ-Gage: Welche Preise soll ich pro Gig verlangen? Nie gratis auflegen und besser verkaufen lernen

Von DJ Rewerb | Business

DJ-Gage: Welche Preise soll ich pro Gig verlangen?

Das liebe Geld oder die Gage ist ein heikles Thema. Selbst mit den besten Freunden redet man selten ernsthaft über Geld und Geldsorgen. Geht es dir ebenso wie mir?

Deshalb ist es ganz gut sich mit DJ-Kollegen über Gagen zu unterhalten.

  • Wie viel bezahlt welcher Club und zu welchen Konditionen?
  • Welcher Veranstalter ist so vertrauenswürdig, dass er das Geld überweisen darf?
  • Bei welchen Parties sollte man lieber bar kassieren?

Es ist eine Kunst die richtige Gage zu treffen. Denn du willst nicht unterbezahlt sein und der Veranstalter muss das Gefühl haben, du bist dein Geld wert. Also wie viel Geld verlangst du für einen Gig?

Viele Veranstalter haben ein Budget. Wenn das 230 Euro beträgt und du 1.000 Euro für einen Gig verlangst, fällst du aus dem Raster der möglichen DJs. Da kannst du noch so gut sein.

Versuche doch mal folgende Verkaufsstrategie und lass den DJ-Booker einen Preisvorschlag machen. Du darfst nie die erste Summe sagen. Das schützt davor, deinen Preis zu niedrig anzusetzen.

DJ-Preise für eine Hochzeit

Als ich hörte, dass Hochzeits-DJs 700 Euro für einen Abend verlangen, gab ich diese Summe als Richtschnur an einen anderen DJ weiter, der bald bei einer Hochzeit auflegen sollte.

Monate später bedankte er sich für den Tipp mehr verlangen zu können.

Abgezockt und hoch gepokert

Ich habe Gigs akzeptiert, bei denen mich der Veranstalter gebeten hatte, „Oh, verlangen Sie nicht zu viel. Wir sind eine arme, kleine Firma und die Promotion-Aktion sprengt bereits unser Budget“.

Ich versuchte also alles, um einen kleinen Gig mit 300 Euro inklusive Musikanlage daraus zu machen. Im Vorfeld hatte ich zwar gehört, dass das Budget maximal 500 Euro als DJ-Gage hergibt. Trotzdem habe ich mich herunterhandeln lassen.

Um der Sache die Krönung zu verleihen, komme ich am Vorabend zum Aufbauen an und schaue zu, wie ein zusätzliches Unternehmen eine riesige Beschallungsanlage aufbaut. Dafür haben sie minimum 1.500 Euro bezahlt.

Ganz klar hatte ich mich weit unter Wert verkauft. Diesen Fehler mache ich nicht mehr.

Wie viel verdient ein DJ?

Bei einem anderen Gig steckte mir jemand aus der Event-Abteilung, dass ich ein neues Angebot abgeben sollte, mit einem höheren Preis bei dem ich 150 Euro hinzurechnen sollte: „Das sei im Budget durchaus noch drin“.

Nun hast du aber nicht immer gut befreundete Leute in der Firma sitzen, die dich bucht.

In den Augen der Veranstalter musst du das Geld wert sein. Du musst dein Geld verdienen.

Später werden persönliche Beziehungen und Präferenzen deiner Ansprechpartner in den Discotheken wichtiger:

  • Bist du verlässlich?
  • Passt du zur Location?
  • Wie gehst du mit den Gästen um?

Bis du dahin kommst, kannst du ganz einfach lernen dich besser zu verkaufen.

Auch später wird dir der nächste Trick helfen, dich zu deiner Wunsch-Gage verkaufen zu können. Beginne damit den Gegenwert deiner DJ-Leistung zu erklären.

Gegenwert darstellen, für höhere DJ-Gagen

Mit Gegenwert meine ich jetzt nicht, dass du deinen teuren DJ-Controller und das hochwertige Profi-Equipment auf deiner Webseite präsentierst.

Ich weiß, wir DJs können uns stundenlang darüber unterhalten. Deine Kunden interessiert das jedoch überhaupt nicht.

Erkläre als Gegenwert ganz genau, was du für die Party leisten wirst.

Als DJ gehört selbstverständlich für mich dazu, mich intensiv auf jede Party vorzubereiten. Dass ich bis zu drei Stunden benötige, um die Musik auszuwählen, habe ich auf meiner DJ-Webseite für Privatgigs dezent verschwiegen.

Lange Zeit machte ich den Fehler nur meine Spielzeit und das Equipment aufzuzählen. Darunter standen zwei Preispakete zu 500 und 700 Euro.

Preis Leistung besser erklären, Preiswaage von Dirk Kreuter

Fertig. Und ich wunderte mich, warum ich keine Anfragen bekam.

Der Verkaufstrainer Dirk Kreuter erklärt das am Bild einer Preiswaage. In der einen Waagschale steht der Preis, in der anderen Waagschale ist deine Leistung.

Wenn deine Leistung und der Preis nicht ausgewogen sind, entsteht bei deinen Kunden der Eindruck, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme nicht.

Statt den Preis zu senken, habe ich meine Leistung besser erklärt.
Oh Wunder, auf einmal bekomme ich wirklich Anfragen.

Was ich außerdem gelernt habe, ich verkaufe als DJ nicht meine Arbeitszeit von sieben Stunden, um die Musik abzuspielen. Das könnte auch jede Spotify-Playliste erledigen.

Jeder erfahrene DJ weiß sehr genau, wann die richtige Zeit gekommen ist, um mit genau diesem einen Lied die Party zu einer unvergesslichen Partynacht zu machen.

Als Gegenwert verkaufe ich meine 28 jährige DJ-Erfahrung bei hunderten von Partys und nicht mehr meine Zeit sowie etwas Miete für das technische Equipment.

Ansonsten schürst du nur die Wahrnehmung, ach der DJ kommt halt mit seinem Laptop an und spielt ein bisschen Musik. Dafür soll ich jetzt 500 Euro bezahlen?

Deine Erfahrung kann jedoch kein iPod und keine Youtube-Chartliste ersetzen.

Nie gratis auflegen!

Bei meinen ersten Gigs habe ich nichts verdient. Andere DJs nahmen mich mit. Ich durfte ein paar Scheiben drehen und ihnen über die Schulter schauen.

Für Club-Gigs habe ich von Anfang an Geld bekommen. Was kostenlos ist, taugt nichts. Verkaufe dich entsprechend. Steige mit niedrigen Gagen ein, aber lege nicht gratis auf.

Doch Geld ist nicht alles

Manche Locations und Parties sind so gut, da würde ich sogar gratis auflegen.

Bei diesen Gigs verhandle ich viel zu wenig, weil es so verlockend ist dort aufzulegen. Schließlich geht es mir beim DJing weniger um das Geld, als um den Kick und eine super Partynacht.

Als DJ niemals ohne Gage arbeiten

Deshalb tut es gut – ab und zu – einen Schritt zurückzugehen und solche Gigs aus einer Vogel-Perspektive zu betrachten.

Lässt sich dieser Auftritt so nutzen, dass er mir langfristig etwas bringt, auch wenn es nicht gleich das große Geld bedeutet? Damit meine ich eine Zweitverwertung des Gigs. Lässt sich die Party zum Beispiel als Referenz-Location und Aushängeschild verwenden.

Bei auswärtigen Gigs kommst du leichter in die dortige Tageszeitung. Diese Presse-Erwähnung macht sich gut in deiner Pressemappe. Oder du schneidest den Abend als Audio-Aufnahme mit, nimmst ein Video auf … Sei kreativ.

Teste Preis-Erhöhungen

Ich bin kein Verfechter der Philosophie: Immer schneller, immer höher, immer mehr.

Worüber ich mir jedoch Gedanken mache ist die Tatsache, dass ich mich irgendwann in der Vergangenheit bewege, wenn ich die Preise nicht anpasse.

Die Eintrittspreise steigen um 20 Prozent. Warum soll ich noch für das gleiche Geld auflegen, wie vor fünf Jahren? Trotzdem zögere ich lange und erhöhe meine Preise nicht regelmäßig.

Wenn du jedes Wochenende unterwegs bist, dann ist es ein deutliches Anzeichen, dass dir die DJ-Booker und Veranstalter vertrauen. Probiere aus, den Preis zu erhöhen. Steigere bei jedem neuen Kunden deine Gagen zum Beispiel auf den nächsten runden Betrag.

Ein Zeit lang probierte ich so lange höhere Preise aus, bis ich merkte, dass ich weniger oft gebucht wurde. Volkswirte nennen diesen Mechanismus eine Preis-elastische Nachfrage.

Mit etwas Durchhaltevermögen und genügend Anfragen kannst du den magischen Punkt bestimmen, ab dem die Nachfrage nachlässt.

Hast du einen weiteren Tipp, wenn es um das Thema Gage geht? Schreibe doch einfach einen Kommentar weiter unten. Deine DJ-Kollegen und ich werden dir danken. Also lass uns über Geld und DJ-Gagen reden …

Folgen

Über DJ Rewerb

Mein Name ist Thorsten. Unter meinem Künstlernamen DJ Rewerb schreibe ich über das DJing. Denn Auflegen ist viel mehr als Musik abzuspielen. Als DJ beschäftige ich mich mit Musik und Technik bis zu Marketing sowie der geschäftlichen Seite. Als virtueller DJ-Mentor will ich dir als DJ helfen.

(7) comments

Kommentar hinzufügen