DJing Für Dummies | DJ-Buch für Anfänger und Fortgeschrittene

Von DJ Rewerb | Anfänger

Steventon (2006): DJing For Dummies Das Buch hatte ich eigentlich mehr als Gag fürs Bücherregal gedacht. Zum Glück habe ich das 400-Seiten Werk nicht gleich als Buchstütze verwendet, sondern darin geblättert.

Die Geduld mit der Steventon jedes noch so kleine Detail eines perfekten Abends beschreibt ist bemerkenswert. Für DJ-Anfänger gibt es so viele Tipps, die vermutlich kein Newbie an den Plattentellern alle auf einmal verinnerlichen kann. Fortgeschrittene DJs mit Club- und Publikums-Erfahrung werden viele Situationen wiedererkennen.

"DJing isn't work; it's getting paid to do something you love"

Nach einem DJ-Crashkurs in der Einleitung folgen technische Grundlagen. Dort beschreibt Steventon das notwendige DJ-Equipment. Jedes Gerät, vom Plattenspieler, CD-Player, übers Mischpult bis zu Equalizern und Verstärkern wird ausführlich in allen Funktionen beschrieben. Sehr gelungen sind die Hersteller- und Modell-neutralen Beschreibungen. Aus den Hinweisen zum Kopfhörer und den Monitor-Boxen sprechen jahrelange DJ-Erfahrung. Jeder Anfänger sollte diese Seiten intensiv studieren. Damit  erspart man sich eine Lernkurve, für die ich fünf Jahre benötigt habe.

DJ Rewerb über DJing For Dummies

Die Technik ist eingestöpselt. Im dritten Teils des Buchs geht es dann ans Eingemachte: Beatmatching.
Zwei Platten lassen nur nahtlos ineinander Mischen, wenn sie die gleiche Geschwindigkeit haben. Nach der Erklärung von BPMs, Cue-Punkten und Musik-Theorie sollte jeder bereit für den ersten Mix sein. Danach heißt es Üben, Üben, Üben. (An diesem Punkt haben bisher alle DJ-Anfänger aufgegeben, denen ich das Mixen beibringen wollte.)

Jeder Anfänger wird sich durch wochenlange Off-Beat Gewitter quälen müssen. Aber jeder, der stundenlang an einem Übergang geübt hat, wird erleben, dass es plötzlich Klick macht. Die Mixe funktionieren und sie funktionieren immer besser. Jetzt beginnt der öffentliche Teil eines DJ-Lebens. Im vierten Teil von "DJing For Dummies" gibt es alle wichtigen Hinweise, um den Übergang vom Wohnzimmer-DJ zum Discotheken-DJ zu meistern. Im Anschluss folgen Tipps, wie man sich als DJ vermarkten sollte.

Zum Schluss zählt Steventon zehn Fehler auf, die es zu vermeiden gilt. Über manche Hinweise kann man geteilter Meinung sein. Unter Rock-DJs gilt der Spruch "Nur ein besoffener DJ ist ein guter DJ". Die Warnung "Getting Drunk when Playing" verstehen manche eben als Aufforderung 😉
Den letzten Tipp "don't leave the club before you've been paid in full" wird jeder nach seinen ersten Gigs sowieso befolgen.

Ich beziehe mich auf die englische Ausgabe, John Steventon (2006): DJing For Dummies. Wiley & Sons. ISBN 978-0470032756. Meine Empfehlung: Amazon-Partnerfirmen bieten das englische Buch als Import-Exemplar ab 12 Euro an (Es ist ein Partnerlink von Amazon. Wenn du das Buch darüber bestellst erhalte ich ein paar Cent als Provision). Eine sehr lohnende Anschaffung.

Eine deutsche Übersetzung gibt es seit 2008 unter dem Titel "DJ-ing für Dummies: Scatchen, matchen und mixen Sie Ihren persönlichen Sound" (Partnerlink von Amazon), ebenfalls von John Steventon.

Anmerkungen und weitere Tipps

DJ Rewerb

DJ Rewerb – Tipps zum DJing

The Show Must Go On

CD-Player werden ausfallen, Mischpulte werden kaputt gehen, Techniker werden versehentlich das Netzkabel des Plattenspielers ziehen … kurz gesagt, es wird alles schief gehen, was schief gehen kann. Egal was auch passiert, die Musik muss weiterlaufen. Unterm Auflegen musste ich schon Plattenspieler austauschen oder die Tanzfläche mit der Monitorbox beschallen, weil die restliche Musikanlage gestreikt hat.
Lass dich nicht aus der Ruhe bringen! Analysiere die Fehlerquelle und finde schnell eine Lösung. Ganz wichtig: Lass deine gute Laune nicht von streikender Technik vermiesen. Lächle über alles was passiert und kümmere dich weiter um die Musik. Wenn der letzte Gast gegangen ist, bleibt genügend Zeit im Büro des Geschäftsführers auszuflippen. Davon sollte aber das Publikum nichts mitbekommen.

Bühne bauen

Der DJ-Bereich ist für sechs bis acht Stunden dein Arbeitsplatz. Du bist für die Musik am Abend verantwortlich. Du musst dich wohl fühlen, um gute Stimmung verbreiten zu können. Für einen Abend ist es deine Bühne; gestalte sie nach deinen Vorstellungen. Um nicht komplett als arroganter, besserwisserischer DJ abgestempelt zu werden, solltest du erklären, warum du deine Bühne umbaust.
Zuerst entsorge ich meist den Müll meiner DJ-Vorgänger und räume den unnötigen Kleinkram weg. Mache das Auflegen so komfortabel und ergonomisch wie möglich. In vielen Clubs ist es nicht möglich etwas an der Musikanlage zu verändern. Sprich trotzdem alles an, was du gerne geändert hättest. Fragen kostet nichts!

Es kann den Abend so viel angenehmer machen, eine Lautsprecherbox um fünf Grad vom DJ-Bereich wegzudrehen. Dadurch wird die Monitorbox viel deutlicher hörbar und die Mixe gelingen besser. Auch dein Gehör wird es dir danken, wenn der Monitor den ganzen Abend 10 dB leiser laufen kann. Eine Monitorbox, die auf dem Boden steht, ist zwar besser als nichts. Neben dem rechten Plattenspieler ist sie aber viel besser hörbar (vorausgesetzt du hörst mit dem linken Ohr vor).
Absolut unergonomisch sind Doppel-CD-Player, die – starr verbunden – in einem 4-HE Flightcase eingebaut sind. Wenn diese Einheit dann noch unter dem Mischpult steht sind 140 Kniebeugen am Abend vorprogrammiert. Bisher hat jeder Verleiher verstanden, dass ein DJ bei dieser Kombination Rücken-Probleme bekommen wird.

Lichtshow

Bei großen Veranstaltungen sind einige Kilowatt an Licht auf die Tanzfläche gerichtet. Die Lichttechniker sind zu Recht stolz auf ihr aufgebautes Equipment und bestrahlen die Tanzfläche mit Allem was die Installation hergibt. Alle PAR-64 Scheinwerfer strahlen mit voller Leistung. Moving-Heads wechseln die Gobos und Farben mit atemberaubender Geschwindigkeit. Doch Vorsicht – am Anfang eines Abends erzeugt weniger Licht viel mehr Wirkung. Wer möchte sich unbedingt als erste Tänzerin, erster Tänzer auf einer gleißend hell beleuchteten Tanzfläche präsentieren.

Es erfordert etwas Fingerspitzen-Gefühl die Light-Jockeys am Beginn einer Party darum zu bitten, das High-Tech Equipment abzuschalten. Die Tanzfläche spielst du mit weniger Licht aber viel schneller voll. Wenn es soweit ist, haben auch die Light-Jockeys viel mehr Spaß und können sich ausleben.
Leider ist es keine Selbstverständlichkeit die Lightshow mit dem Spannungsbogen der Musik zu synchronisieren. Dieses perfekte Zusammenspiel von DJ und LJ habe ich bisher nur in den großen Clubs, wie dem Pacha (Ibiza) und Mansion (Miami) und einmal selbst in Regensburg erlebt. Für das Publikum ist es der absolute Kick, wenn Audience-Blinder das musikalische Highlight der Nacht unterstützen. Gänsehaut-Garantie!

In der Realität sieht es leider eher so aus, dass der DMX-Controller auf Automatik steht und unkoordiniert sein Programm abspult. Du kannst höchstens die Programmauswahl manuell beeinflussen. Wenn du dir vorher die Geschwindkeit der Lichtszenen gemerkt hast, kannst du immerhin Strobe-Effekte während der Barry White-Schmusenummern verhindern – ansonsten das Licht aber nicht großartig steuern.

Aktueller Nachtrag

(30. Juli 2012) Es ist fünf Jahre her, dass ich diese Re­zen­si­on schrieb. Hast du das Buch ebenfalls gelesen? Bist du genauso begeistert wie ich, oder hältst du DJing for Dummies für Schrott? Schreib einfach einen kurzen Kommentar.
Zurzeit bin ich dabei einen neuen Bereich mit DJ-Tipps auf meiner Webseite einzurichten. Eine Buchliste mit den besten DJ-Ratgebern steht bereits auf meiner Aufgabenliste.

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Über DJ Rewerb

Mein Name ist Thorsten. Unter meinem Künstlernamen DJ Rewerb schreibe ich über das DJing. Denn Auflegen ist viel mehr als Musik abzuspielen. Als DJ beschäftige ich mich mit Musik und Technik bis zu Marketing sowie der geschäftlichen Seite. Dabei will ich dir als virtueller DJ-Mentor helfen.