Musik-Besprechungen aus den Anfangstagen des Blogs, mit 90s, House- und Dance-Classics

Von DJ Rewerb | DJ Blog

Als Blogger musst du deine Stimme finden, bevor die Texte nur so aus dem Kopf sprudeln. Das kann Jahre dauern. Auf dieser Seite wirst du Zeuge, wie sich mein Schreibstil in den letzten Jahren verändert hat.

Viele meiner älteren Blogposts habe ich gelöscht, weil sie einfach nur peinlich waren und keinerlei Mehrwert für dich als Leser präsentierten. Wenn du dennoch weiter liest, wirst du feststellen, dass ich Mitte der 2000er Jahre sehr viel Vorwissen bei dir als Leser voraussetze. Meine Texte knüpfen an die Gedanken in meinem Kopf an. Dabei setze ich unterbewusst voraus, dass du die gleichen Gedanken hast. Was natürlich niemals klappen wird.

Nicht zuletzt um mich selbst an die meine Anfänge als Blogger zu erinneren, sammle ich hier die Artikel zu Musikthemen. Das sind Rezensionen, Musik aus der Fernsehwerbung und was mich damals sonst noch bewegte.

Piano House Is Back vom 02.03.2005

Zwei aktuelle Piano-House-Hymnen:

Made & Sax ft. Michelle Weeks – I’m Coming Up (2004)
Der „Frederico Scavo Genuine“-Mix bedient sich hemmungslos bei F.P.I. Project, Rich In Paradise; das Original wird mehr als veredelt …
11/2004, 909 Records

Inaya Day – Hold Your Head Up High (2005)
Der Boris Dlugosch Hit aus dem Jahr 1997 in neuem Sound-Gewand. Es ist zwar schwer vorstellbar, aber das Original wird übertroffen.
Mix-Tipp: Soul Avengerz Vocal
02/2005 Peppermint Jam

Billig-Mucke vom 02.05.2005

Ein paar Beispiele der schlechtesten Musik:

Undertalk – The Rhythm
Benassi-Beat unter eine zehn Jahre alte House-Hymne legen reicht dann halt doch nicht für einen Hit. Grottenschlecht!

Bob Sinclar – Love Generation vom 02.10.2005

Meine Ibiza-Hymne dieses Jahres!

Der Track mit dem Gitarren-Solo am Anfang ist gewöhnungsbedürftig. "Love Generation" gefällt dafür bei jedem neuen Hören immer besser – bis das locker-flockige Gepfeife richtig mitreißt.

Warte es ab – ich werde es rauf- und runternudeln. An die Blicke, dass ich jetzt endgültig meinen musikalischen Verstand verliere, habe ich mich gewöhnt. Dabei hat der Song das Potenzial zum Megahit zu werden … warten wir’s ab.

Cantaloop vom 10.10.2005

Hängen die Kreativen von Procter&Gamble zur Zeit zu viel auf Ü30-Partys herum? Für die Kaffeemaschine Tassimo (Kooperation der Firmen Braun und Kraft) haben sie eine rare Platte aus dem Jahr 1992 ausgegraben: US3 – Cantaloop.

Jetzt warten wir gespannt welche Produkte mit Aretha Franklins Think oder Conga von Miami Sound Machine musikalisch unterstützt werden.

Nachtrag: Fiat Punto covered Eurythmics – Sweet Dreams (1984), Bifi covered Kenny Loggins – Footloose (1984).

„Everybody“ im Frühling vom 17.04.2005

Gleich drei herausragende Scheiben haben „Everybody“ im Titel:

Martin Solveig – Everybody
typische E-Gitarren Samples
Ruffneck – Everybody Be (Mischa Daniels)

Definite Grooves – Everybody
groovige Disco-Interpretation des Blackbox-Klassikers

Oktoberfest-Stimmung vom 19.09.2007

Akkordeon-Sound funktioniert nicht nur bei Volksmusik im Oktoberfest-Bierzelt. Samim beweist, dass ein Akkordeon auch bei House das Hauptinstrument sein kann.

Die ungläubigen Blicke kenne ich noch als ich das erste Mal "Bob Sinclar – Love Generation" aufgelegt habe: "Jetzt ist der DJ endgültig durchgeknallt". Manche Club-Besitzer haben mir damals gesagt "Dieses Lied will ich nie wieder hören!". Die restliche Erfolgsstory dieses Titels ist WM-Geschichte.

"Samim – Heater" polarisiert ebenso. Die Blicke sind wieder die gleichen. Der gewöhnungsbedürftige Akkordeon-Sound bestimmt diesen Electro-House Track. Manche finden das Lied einfach schlecht – für mich hat der Song das Potenzial zum Megahit zu werden.

Is It House Yet vom 4.11.2007

Die "Ooh, Yeah"-Beats der House-Anfänge sind zurück! Für "Is It House Yet" samplen Karol XVII & MB Valence die Vocals, die Technotronic groß gemacht haben. Der Song klingt nach Kerri Chandler mit orientalischem Einfluss. Ein House-Brecher!

Momentan ist dieser House-Track noch nicht auf Vinyl veröffentlicht. Wohl oder übel bestelle ich meinen ersten Titel bei Traxsource, dem iTunes für DJs. Dort gibt es den Song zum Vorhören als MP3.

Für die Anmeldung bei Traxsource darf ich mir einen Nutzernamen selbst wählen, die E-Mail-Adresse wird nicht geprüft.

Madagascar vs. Himmel und Huhn vom 22.01.2006

Die Insel-Bewohner des Zeichentrickfilms Madagascar haben zu Reel 2 Real – "I Like To Move It, Move It" (1993) abgefeiert. Disney setzt für den Fernseh-Trailer von "Himmel und Huhn" auf Run DMC – It's Tricky (1986).

Die Soundtracks beider Filme hören sich auffällig nach bester Musik für jede Ü30-Party an. Oder woran soll ich bei R.E.M. – "It's The End Of The World As We Know It" denken?

Melody = Energy vom 25.01.2006

Welcher Titel gehört zu den abgenudelsten House-Tracks?

Nein, ich meine nicht Mr. Happy – Come Back To Love (der ist wirklich die No. 1 unter den totgenudelten Tracks)! Gleich danach folgt Devone – Energy. Diesen Club-Hit hat sich Towa Tei nun vorgenommen und mit den Vocals von Byron Stingily zu einem frischen Hit kombiniert. Klingt fast wie Devone, ist es aber nicht. Zur Zeit gibt es den Track nur bei dem japanischen Label V2 Records. Ich warte gespannt auf die internationale Ausgabe …

House Cover Contest vom 30.07.2006

Es scheint die House-Produzenten suchen im Moment in aktuelleren Plattenkisten nach Inspiration. Letztes Jahr wurde vorwiegend Musik der 1980er Jahre gecovered, filtered oder sonstwie zu House verwurstet.

Zur Zeit hören sich meine Vorhörlisten bei den Online-Plattenshops wie die House-Charts von 1995 an:

Chadroy Dempsey – Salsoul Nugget
ok – schön, dass die Platte nochmal veröffentlich wird.

Paavo Thorian – Sex On The Streets Rmx
Mit "Pizzaman – Sex On The Streets" habe ich von 10 Jahren das Papa Joe's zum Toben gebracht.

Jamie Lewis & DJ Pippi – So Sexy
Kristine W. reloaded.

The Original – I Luv U Baby
Der Mörderbrecher aus dem Jahr 1994. Einer meiner All-time favourits nach "K-Klass – Let Me Show You".

Atfc Ft. Hot Chocolate – Could Have Been A Lady
Sorry, aber die You Got The Love Nummer ist schon seit einem Jahr durch.

Brutal Beats
"This Brutal House" meets ??

Bob Sinclar – Rock This Party
HipHop meets C & C Music Factory; na gut, es ist schwer "world Hold On" & "Love Generation" zu toppen.

Jake Bayzli – Street Tuff Rmx
Das Original von "Double Trouble & The Rebel MC" war eine meiner ersten 10 Maxi-CDs.

Ich warte jetzt sehnsüchtig auf: "Nush – Move That Body" oder noch besser wäre "Mr. Lee – Get Busy".

Hip Hop sucks! vom 24.11.2006

Im Jahr 1998 hatte ich mit Speed Garage den ersten Teil meiner DJ-Karriere beendet. Es folgten sechs lange Jahre in denen ich keine einzige Scheibe auf einen Plattenteller gelegt habe. In dieser Zeit hat sich House Music sehr stark verändert.

Dank den rasanten Fortschritten der Mikro-Elektronik wurden Audio-Produktionen immer perfekter. Auch die Sprache der DJs hatte sich verändert: plötzlich sprach jeder von French House, Minimal Electro, etc.?! Die musikalischen Kategorien Vocal House und Deep House hatten seltsamerweise nicht mehr die gleiche Bedeutung wie im Jahr 1998.

In den letzten Wochen tauchte mit "Urban House" eine neue Kategorie auf. Erleben wir gerade die Geburt einer neuen Musikrichtung?

Urban House

Urban House ist eine Mischung aus R & B, Grime, Garage and Hip Hop. Im Jahr 2004 soll die neue House-Richtung in Leeds und Manchester entstanden sein.

Das britische House-Plattenlabel Defected benennt den Stil "Urban House" nach der gleichnamigen Radio-Show von Chris Phillips (Choice FM). Von Nord-England hat sich dieser neue House-Stil mittlerweile über die ganze Insel ausgebreitet. Hier Defected Urban-House Sampler bei Amazon anhören.

Der Sound ist für meine Ohren nicht neu. Bereits im Sommer 2005 erschien "Wahoo – Make 'Em Shake It" das sehr an den "Hip House"-Sound der späten 1980er Jahre erinnerte. Im August 2006 brachte Defected mit "Mr. V – Da Bump" einen weiteren Track heraus, der Hip Hop- und House-Elemente kombiniert.

Einen ähnlichen Wechsel von Hip Hop/Rap zu House gab es bereits Ende der 1980er Jahre:

  • Double Trouble & The Rebel MC – Street Tuff (1989)
  • Mr. Lee – Get Busy (1989)
  • Salt 'N' Pepa – Push It (1987)

Anfang der 1990er Jahre war es außerdem üblich, dass jeder Hip Hop Song alternativ als House Mix veröffentlicht wurde. Zum Glück setzen die Plattenlabels diese Tradition nun fort:

  • Justin Timberlake – Sexyback (2006)
  • Nelly Furtado – Promiscuous (2006)
  • Coolio ft. Snoop Dogg – Gangsta Walk (2006)

Erster Discogs Beitrag vom 09.09.2007

Die Musikdatenbank discogs.com ist die Informationsquelle für elektronische Musik. Akribisch sammeln die Nutzer jedes noch so kleine Detail über veröffentlichte Tracks. Bis heute habe ich jede Platte in der Discogs-Datenbank gefunden.

"Kings Of Groove ft. Michelle Weeks – You Have A Purpose" wurde nicht gelistet. Der Morton Trust Mix ist zur Zeit einer meiner Lieblingstracks. Also habe ich heute meinen ersten Beitrag als Entwurf bei Discogs eingereicht: www.discogs.com/release/1064654.

btw.: Discogs ist zusammen mit imdb.com für mich der Inbegriff des Web 2.0. Die Macher haben das Prinzip der Nutzer-generierten Inhalte lange vor YouTube, MySpace und Wikipedia umgesetzt.

Gartenschau-Reggae vom 17.06.2007

Der neue Reggae- bzw. Raggaton-Sound ist eigentlich gar nicht mein Fall. In Vöcklabruck (.at) stolpere ich zufällig in ein Konzert von Caramelo Criminal.

Wenn du etwas auf Reggae-Musik stehst, besuche ein Konzert der Jungs. Sie haben es 'raus ihr Publikum zu rocken.

Kuschelplatz für einen Stuntman vom 18.02.2007

Mal wieder glänzen die Automobil-Konzerne mit gelungener Retro-Musik für Auto-Spots.

Lee Majors fährt zum Titelsong der Kultserie "Ein Colt für alle Fälle" einen Honda CR-V spazieren. Die neue "Unknown Stuntman" Version stammt von Smokestack Lightnin'.

Volkswagen schickt zwei verliebte Paare in ihrem Golf zum lauschigsten Platz über der Stadt. Im ersten Auto läuft John Paul Young – Love Is In The Air im Original. Dann parkt der zweite Golf daneben. Aus den Boxen dröhnt die Hip-Hop-Version von "Love Is In The Air".
DIesen Spot und die Musik gibt es bisher nur auf den schwedischen VW-Seiten.

Paint It Black – Das Magenta-T wird schwarz angemalt vom 28.05.2007

Blut, Dreck, Tod! Hubschrauber donnern im Tiefflug über den Urwald. Soldaten liefern sich Feuergefechte im Dschungel. Napalm-Bomben erledigen den Rest. An diese Bilder muss ich denken, wenn ich die Lyrics "… No colors anymore I want them to turn black" höre.

Die Telekom verwendet "Rolling Stones – Paint It Black" als Musik des aktuellen TV-Spots. Damit wird die neue Marke T-Home eingeführt. Der Spot ist ja ganz nett gemacht und aufwändig produziert. Aber muss der Typ mit dem Raketen-Werfer und die Explosion bei Sekunde 15 unbedingt sein? Ob die Kreativen wissen, dass dieses Lied der Titelsong der TV-Serie "NAM – Dienst in Vietnam" war?

RTL strahlte die Serie NAM (Original-Titel "Tour Of Duty") ab 1989 in Deutschland aus. In meiner Erinnerung reiht sich NAM nahtlos an die Vietnam-Filme Platoon und Full Metal Jacket. Bei dem Titel der Stones assoziiere ich deshalb ganz andere Bilder als eine heile Telekommunikations-Umwelt.

Ist dies der Anfang einer Vietnamkriegs-Werbetriologie? Die Filme von Oliver Stone und Francis Ford Coppola könnten die Musik vorgeben.

Vielleicht wirbt T-irgendwas ja bald mit "I Can't Get No Satisfaction". Der Stones-Song untermalt die Boot-Szene in Apocalypse Now … hätte einen gewissen Wiedererkennungswert. Um die Triologie abzuschließen würden sich "The Doors" mit dem Titel "The End" anbieten.

Den Online-Teil der Kampagne hats du früher unter www.grenzenlos-zuhause.de gefunden, als Teil der T-Home-Kampagne. Quelle: Telekom Pressemitteilung, http://www.telekom.de/dtag/cms/content/dt/de/399624

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Über DJ Rewerb

Mein Name ist Thorsten. Unter meinem Künstlernamen DJ Rewerb schreibe ich über das DJing. Denn Auflegen ist viel mehr als Musik abzuspielen. Als DJ beschäftige ich mich mit Musik und Technik bis zu Marketing sowie der geschäftlichen Seite. Als virtueller DJ-Mentor will ich dir als DJ helfen.